Das Jubi­lä­ums­jahr im Rück­blick

Bunt, aufre­gend und feier­lich: 2019 war ein ganz beson­deres Jahr. Denn die GeWoSüd wurde 100 Jahre alt. Grund genug zum Feiern – und zwar das ganze Jahr lang: mit tollen Aktionen, fröh­li­chen Festen und natür­lich mit den Nutze­rinnen und Nutzern der GeWoSüd. Die High­lights im Rück­blick.

Bundes­prä­si­dent Stein­meier zu Gast im Lindenhof

Am 11. Juli 2019 besuchte Bundes­prä­si­dent Frank-Walter Stein­meier gemeinsam mit seiner Ehefrau Elke Büden­bender die GeWoSüd. Im Lindenhof machte er sich vor Ort ein Bild, wie lebendig und zukunfts­ori­en­tiert genos­sen­schaft­li­ches Wohnen ist.

Mit seinem Besuch brachte der Bundes­prä­si­dent seine Wert­schät­zung zum Ausdruck, gegen­über der GeWoSüd als Jubilar, aber auch gegen­über alle anderen Wohnungs­ge­nos­sen­schaften, die einen wesent­li­chen Beitrag zur Bereit­stel­lung von bezahl­barem Wohn­raum für alle Schichten der Bevöl­ke­rung leisten. Auf dem Rund­gang kam er mit mehreren, sicht­lich über­raschten Nutze­rinnen und Nutzern ins Gespräch und konnte sich so einen unmit­tel­baren Eindruck vom Leben in der Genos­sen­schaft machen.

Im Nach­bar­schafts­treff GeWoHiN  tauschte er sich mit Reprä­sen­tanten der GeWoSüd und der Berliner Wohnungs­wirt­schaft über wohnungs­po­li­ti­sche Themen und den Beitrag von Genos­sen­schaften bei der Bewäl­ti­gung der aktu­ellen Heraus­for­de­rungen aus. Sein Fazit: „In einer bezahl­baren Stadt für alle braucht es genos­sen­schaft­li­chen und sozialen Wohnungsbau.“

Als letzter und bisher einziger Bundes­prä­si­dent hatte Theodor Heuss die wieder­auf­ge­baute Lindenhof-Sied­lung am 8. September 1955 besucht. Heuss hatte eine beson­dere Bindung zum Lindenhof: Er gehörte 1918 zu den Schö­ne­berger Stadt­ver­ord­neten, die den Bau der Sied­lung beschlossen hatten.

Auftakt mit dem Regie­renden Bürger­meister von Berlin

Am 17. Mai 2019 feierte die GeWoSüd im Lindenhof gemeinsam mit ihren Mitglie­dern, dem dama­ligen Regie­renden Bürger­meister von Berlin Michael Müller und weiteren Gästen den Auftakt zu ihrem Fest­jahr.

Als erstes stand der Rund­gang mit Michael Müller durch den Lindenhof auf dem Programm. Der dama­lige Vorstands­vor­sit­zende Norbert Reinelt führte die Gäste u. a. zum Café am See, zur Lindenhof-Grund­schule und zur Baustelle des Neuen Torhauses. Neben den archi­tek­to­ni­schen Beson­der­heiten des Linden­hofs erläu­terte Reinelt die sozialen Vorzüge des genos­sen­schaft­li­chen Lebens – von dem guten Mitein­ander über das Enga­ge­ment der vielen Ehren­amt­li­chen bis zur sozialen Infra­struktur mit “Helfern im Kiez“, Wäscherei und dem beliebten Treff­punkt GeWoHiN. Dass die GeWoSüd auch Verant­wor­tung für ihr Umfeld über­nimmt, wurde den Fest­gästen am Beispiel der Lindenhof-Grund­schule verdeut­licht: Ohne das Enga­ge­ment von Mitglie­dern wäre diese Schule längst geschlossen. Abschlie­ßend enthüllte die Fest­ge­sell­schaft das neue Wand­bild am Tanz­saal, auf dem das histo­ri­sche Ledi­gen­heim vor seiner Zerstö­rung zu sehen ist.

Lobende Worte aus Politik und Praxis

Michael Müller hob in seinem Gruß­wort die beson­dere Leis­tung der Wohnungs­ge­nos­sen­schaften und speziell der GeWoSüd für das soziale Mitein­ander und die Schaf­fung bezahl­baren Wohn­raums hervor. Auch Ange­lika Schöttler, damals Bezirks­bür­ger­meis­terin, würdigte das Enga­ge­ment der Genos­sen­schaft als ein Vorbild, das es zu stärken gelte. Diese Unter­stüt­zung griff auch Maren Kern, Vorstand des Verbandes Berlin-Bran­den­bur­gi­scher Wohnungs­un­ter­nehmen (BBU), dankbar auf. Sie mahnte schnel­lere Entschei­dungen, etwa im Bereich des Denk­mal­schutzes sowie bei den Bauge­neh­mi­gungen, und mehr bezahl­bares Bauland für ihre Mitglieder und die gesamte Immo­bi­li­en­branche an.

Gene­ra­tio­nen­über­grei­fendes Programm im Lindenhof

Im zweiten Teil des Programms präsen­tierte die GeWoSüd noch einmal ihre Stärken: Das Mitein­ander von Jung und Alt, von Moderne und Tradi­tion. Von der Linden­hofer Singe­gruppe, unter­stützt von Mitglie­dern des Konzert­chores Frie­denau, wurde ein eigens für den Geburtstag getex­tetes Lied urauf­ge­führt. Schüler der Lindenhof-Grund­schule zeigten eine Zeit­reise durch die letzten 100 Jahre anhand der Geschichte ihrer Schule. Anschlie­ßend las Stephan Hähnel aus dem Fami­li­en­roman seines Freundes, dem mitt­ler­weile verstor­benen Autor Horst Bosetzky. Dieser Roman spielt natür­lich auch im Lindenhof. Passend zu den Epochen der Lesung präsen­tierten drei Tanz­paare des TTC Carat Berlin e. V. ihre Choreo­gra­phie zu eingän­gigen Liedern, ergänzt um eine Hip-Hop-Darbie­tung einer Jugend­gruppe des Tanz­sport­ver­eins Rot Gold Berlin e.V.

Video­do­ku­men­ta­tion zur Auftakt­ver­an­stal­tung

Die Jubi­lä­ums­gala – ein Jahr­hun­dert­abend

500 Gäste, ein Fazit: Das war eine köst­liche, lustige, einfach unver­gess­liche Jubi­lä­ums­gala. Mitglieder, Nutze­rinnen und Nutzer, Freun­dinnen und Freunde der GeWoSüd kamen am 26. Oktober 2019 in der Malz­fa­brik zusammen, um das 100-jährige Bestehen der Genos­sen­schaft gebüh­rend zu feiern.

Das Programm war so abwechs­lungs­reich wie die Geschichte der GeWoSüd: Nach Begrü­ßungs­worten durch die Vorsit­zenden des Vorstands Norbert Reinelt und des Aufsichts­rats Markus Hofmann durften sich zuerst – vom char­manten Confé­ren­cier des Abends Vorstands­mit­glied Sieg­mund Kroll präsen­tiert – die Sieger des Jubi­läums-Foto­wett­be­werbs über jede Menge Applaus und attrak­tive Preise freuen. Weiter ging’s mit dem Gala-Buffet – und einem weiteren Programm­hö­he­punkt:

Leggings-Bouti­q­ue­be­sit­zerin Brigitte Wuttke, die legen­däre Wirtin von Jutta’s Inn Jutta Hart­mann und Edith Schröder, die sich selbst als Neuköllns Bezirks­bür­ger­meis­terin der Herzen und einzige Hartz VIII-Empfän­gerin der Welt bezeichnet, brachten den Saal mit Pointen über und unter der Gürtel­linie, spek­ta­ku­lären Outfits und passenden Gesangs- und Tanz­ein­lagen zum Kochen. Nach kurzer Verschnauf­pause beim Selfie-Mara­thon mit den drei „Wilden Weibern von Neukölln“ sorgte Hundert­zehn, die inof­fi­zi­elle Band der Poli­zei­prä­si­dentin, dafür, dass die Stühle leer und die Tanz­fläche voll wurden.

Aber nicht nur auf der Tanz­fläche, auch an den Bars, Buffets und im Spiel- und Loun­ge­be­reich gab’s nur eins: beste Stim­mung, ange­regte Gespräche und strah­lende Gesichter. Und als gegen 2 Uhr morgens die Letzten den Heimweg antraten, konnte man eine Frage nicht über­hören: „Wollen wir nicht 2020 unseren 101. genauso feiern?“