Geschichte
Traditionell modern: Die Geschichte der GeWoSüd im Überblick
Die Geschichte der GeWoSüd begann vor über 100 Jahren mit der Siedlung Lindenhof. Um der Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg zu begegnen, plante und baute die damalige Stadt Schöneberg unter Leitung des späteren Berliner Stadtbaurats Martin Wagner ab 1918 eine Gartenstadt. 1922 wurde diese an die „Genossenschaft Siedlung Lindenhof“ verkauft. Bis zum Zweiten Weltkrieg wohnten hier mehr als 2.800 Menschen.
Am Anfang zwei Genossenschaften
Bereits 1919 war die „Gemeinnützige Landerwerbs- und Baugenossenschaft Dahlem-Schmargendorf“ gegründet worden. Doch erst 1925 konnte die Genossenschaft mit dem Bau der ersten Wohnanlage in der Scharzhofberger Straße in Lankwitz beginnen. Es folgten Wohnungsbauten in Steglitz, Weißensee, Neukölln, Treptow und Wedding.
Zwangsvereinigung und Kriegsfolgen
Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg führten zur „Gleichschaltung“ bei Genossenschaften. Ende 1942 wurden Lindenhof- und Landbau-Genossenschaft zwangsvereinigt als „Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Berlin-Süd“.
1943 fielen auch auf den Lindenhof Bomben, bei Kriegsende waren zwei Drittel der Gebäude zerstört. Der Sitz der Genossenschaft in der Scharzhofberger Straße war sogar völlig zerstört worden. Ohne größere Schäden blieben die Siedlungen in Weißensee und Treptow.
Geteilte Stadt – Wiederaufbau und Neubau
Durch die Teilung der Vier-Sektoren-Stadt ab 1948 kam der genossenschaftliche Wohnungsbestand im Ostteil Berlins unter treuhänderische Verwaltung, später übernommen durch die Kommunale Wohnungsverwaltung. Aus Genossenschaftsmitgliedern wurden Mieterinnen und Mieter. Während im Westteil der Wiederaufbau der kriegszerstörten Gebäude ab den 50er-Jahren im Rahmen der staatlichen Wiederaufbauprogramme erfolgte, wurden im Ostteil auch in den folgenden Jahrzehnten nur Mittel für die unabdingbare Erhaltung des Wohnraums in den Bestand investiert. Im Westteil baute die GeWoSüd weitere neue Wohnungen.
Sanierung nach Wiedervereinigung
Nach der Wiedervereinigung 1990 kamen die Bestände im Ostteil nach und nach wieder in den Besitz der Genossenschaft, die unverzüglich mit Sanierungsmaßnahmen begann.
Ab den frühen 90er-Jahren erfolgten erste Dachgeschossausbauten und die energetische Sanierung des Bestandes. 2008 begann die denkmalgerechte Sanierung der 90 Jahre alten Bauten im Lindenhof.
Mehr zur Geschichte der GeWoSüd
Video-Dokumentation „GeWoSüd – 90 Jahre traditionell modern”
Die Dokumentation ist auch als DVD „GeWoSüd 90 Jahre traditionell modern” erhältlich bei der GeWoSüd.
Video „Martin Wagner weiterbauen: Die Erneuerung der Gartenstadt Lindenhof“