Pankow-Weißensee

Berliner Allee / Lieber­mann­straße

Das Weißen­seer Paulus-Haus

Das Eckhaus wurde von den Archi­tekten Ernst und Günther Paulus geplant und 1930 gebaut. Es schließt sich an die Block­rand­be­bauung der Berliner Allee und der Lieber­mann­straße an, die damals noch den Namen Franz-Joseph-Straße trug.
Das vier- bis fünf­ge­schos­sige Gebäude mit drei Aufgängen verfügt über 30 Wohnungen. Diese wurden nach der Rück­über­tra­gung auf die GeWoSüd ab 1992 grund­le­gend instand­ge­setzt.

Die Hälfte der Wohnungen hat 1,5 bis 2 Zimmer, die übrigen bieten 2,5 bis 3 Zimmer. Alle Wohnungen sind gut geschnitten. Sie eignen sich für Singles, Fami­lien mit Kindern sowie für Senioren und Senio­rinnen.

Im quadra­ti­schen Innenhof findet sich eine 700 Quadrat­meter große Grün­an­lage auf einem Höhen­sprung. 2013 wurde die Platt­form noch einmal explizit heraus­ge­ar­beitet und um einen Trep­pen­zu­gang ergänzt.

Die Außen­an­lage bietet:

  • Erhöhte Grün­an­lage im Innenhof
  • Müll­be­reich einge­rahmt von Ligus­ter­he­cken
  • Fahr­rad­stell­flä­chen

Beson­der­heiten im Detail:

  • Walnuss‑, Kasta­nien- und Zier­kir­schen­baum
  • immer­grüne Boden­de­cker sowie Horten­sien und Spiräen direkt an der Haus­fas­sade

Ernst und Günther Paulus, der nord­deut­sche Expres­sio­nismus und die Künst­ler­ko­lonie Berlin

Ernst Paulus und sein Sohn Günter Paulus zählen zu den Haupt­ver­tre­tern des nord­deut­schen Expres­sio­nismus.

Ernst Paulus, Jahr­gang 1868, begann seine Lauf­bahn im Berliner Archi­tek­tur­büro Grise­bach und Dinklage. Dort lernte er das Geschäft des Villen­baus für die oberen Tausend des Kaiser­reichs. Anschlie­ßend wurden Kirchen gebaut – jedes Jahr eine. Günther Paulus wurde 1898 geboren und kam während seines Studiums mit dem Werk­bund und der neuen Sach­lich­keit in Berüh­rung. 1924 wurde er Partner im Büro seines Vaters. Neben Land­häu­sern und Villen in Hinter­pom­mern und Bran­den­burg reali­sierten Vater und Sohn eine Reihe von großen Miets­häu­sern in Berlin, darunter auch die Häuser der GeWoSüd.

In dieser Zeit entstanden auch drei Anlagen und Bauten, die bis heute das Stadt­bild prägen: 1925/26 das Gebäude des Groß­han­dels und der Lagerei-Berufs­ge­nos­sen­schaft in der Bundes­allee 57 – 58 mit Barock anmu­tender Fassade, 1928/29 die Kreuz­kirche am Hohen­zol­lern­damm und von 1928 bis 1932 die „Künst­ler­ko­lonie Berlin“ am Südwest­korso.

Für Letz­tere beauf­tragt wurde das Büro Paulus & Paulus von der Genos­sen­schaft Deut­scher Bühnen­an­ge­hö­riger (GDBA) und dem Schutz­ver­band deut­scher Schrift­steller. Schnell wurde die Künst­ler­ko­lonie zu einer Heimat vorwie­gend linker Intel­lek­tu­eller, Künst­le­rinnen und Künstler. Die Bewohner der Künst­ler­ko­lonie, die über­wie­gend mit der SPD und der KPD sympa­thi­sierten, stellten einen „roten Block“ inmitten eines natio­nal­kon­ser­vativ und natio­nal­so­zia­lis­tisch geprägten Umfeldes dar.

Am 15. März 1933 wurde die Kolonie von Polizei und SA umstellt, zahl­reiche Wohnungen aufge­bro­chen und viele Bewoh­ne­rinnen und Bewohner verhaftet. Lite­ratur, die als links einge­schätzt wurde, kam auf dem benach­barten Lauben­heimer Platz auf den Schei­ter­haufen. Zahl­reiche Bewoh­ne­rinnen und Bewohner der Künst­ler­ko­lonie wie Ernst Bloch, Ernst Busch, Walter Hasen­clever, Alfred Kanto­ro­wicz und Arthur Koestler sowie Susanne und Wolf­gang Leon­hard verließen in den folgenden Wochen Deutsch­land.

Vater und Sohn hatten bereits 1932 die „Pflug und Egge“ Land­sied­lungs­ge­sell­schaft gegründet und bauten in Meck­len­burg Vorpom­mern insge­samt 156 soge­nannte „Reichs­erb­bau­ern­höfe“. „In elf Dörfern hinter­ließen sie eine Spur der Steine“, schrieb die Regio­nal­zei­tung Nord­ku­rier.

1935 starb Ernst Paulus in Berlin. Mit Kriegs­be­ginn 1939 wurde Günther Paulus einge­zogen. Nach dem Krieg wanderte Günther Paulus nach Brasi­lien aus, wo die Familie seiner Frau seit dem 19. Jahr­hun­dert lebte. Dort baute er Hoch­häuser, Wohn­häuser und immer wieder Kirchen. Günther Paulus starb 1976 in Tegernsee.

Weitere Infor­ma­tionen zur Bebauung finden Sie hier.

Ihre Ansprech­per­sonen

Jens Heine­mann
Verwalter

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Michael Seidlitz

Michael Seid­litz
Haus­be­treuer

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Mo. 
9–18 Uhr
Di. — Do. 9–16 Uhr
Fr. 9–13 Uhr

Adressen:
Berliner Allee 251
Lieber­mannstr. 41, 43

Wenn Ihr zustän­diger Verwalter nicht erreichbar ist, wenden Sie sich bitte an:

Ines Horn
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Telefon: 030 754491–17

Berlinkarte Standorte Karte Berliner Allee / Liebermannstraße

Standort und Umge­bung

  1. Kunst­hoch­schule Berlin-Weißensee
  2. Kultur­haus „Peter Edel“, das unter Förde­rung des Senats zur Schau­spiel­schule wird
  3. Kino „Toni“ am Anton­platz
  4. Frei­licht­bühne am Weißen See
  5. Milch­häus­chen am Weißen See
  6. Frei-Zeit-Haus e. V. Berlin-Weißensee
  7. Haus der Jugend „Bunte Kuh e.V.“
Detail Standorte Karte Berliner Allee / Liebermannstraße