Die Hälfte der Wohnungen hat 1,5 bis 2 Zimmer, die übrigen bieten 2,5 bis 3 Zimmer. Alle Wohnungen sind gut geschnitten. Sie eignen sich für Singles, Familien mit Kindern sowie für Senioren und Seniorinnen.
Im quadratischen Innenhof findet sich eine 700 Quadratmeter große Grünanlage auf einem Höhensprung. 2013 wurde die Plattform noch einmal explizit herausgearbeitet und um einen Treppenzugang ergänzt.
Die Außenanlage bietet:
- Erhöhte Grünanlage im Innenhof
- Müllbereich eingerahmt von Ligusterhecken
- Fahrradstellflächen
Besonderheiten im Detail:
- Walnuss‑, Kastanien- und Zierkirschenbaum
- immergrüne Bodendecker sowie Hortensien und Spiräen direkt an der Hausfassade
Ernst und Günther Paulus, der norddeutsche Expressionismus und die Künstlerkolonie Berlin
Ernst Paulus und sein Sohn Günter Paulus zählen zu den Hauptvertretern des norddeutschen Expressionismus.
Ernst Paulus, Jahrgang 1868, begann seine Laufbahn im Berliner Architekturbüro Grisebach und Dinklage. Dort lernte er das Geschäft des Villenbaus für die oberen Tausend des Kaiserreichs. Anschließend wurden Kirchen gebaut – jedes Jahr eine. Günther Paulus wurde 1898 geboren und kam während seines Studiums mit dem Werkbund und der neuen Sachlichkeit in Berührung. 1924 wurde er Partner im Büro seines Vaters. Neben Landhäusern und Villen in Hinterpommern und Brandenburg realisierten Vater und Sohn eine Reihe von großen Mietshäusern in Berlin, darunter auch die Häuser der GeWoSüd.
In dieser Zeit entstanden auch drei Anlagen und Bauten, die bis heute das Stadtbild prägen: 1925/26 das Gebäude des Großhandels und der Lagerei-Berufsgenossenschaft in der Bundesallee 57 – 58 mit Barock anmutender Fassade, 1928/29 die Kreuzkirche am Hohenzollerndamm und von 1928 bis 1932 die „Künstlerkolonie Berlin“ am Südwestkorso.
Für Letztere beauftragt wurde das Büro Paulus & Paulus von der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger (GDBA) und dem Schutzverband deutscher Schriftsteller. Schnell wurde die Künstlerkolonie zu einer Heimat vorwiegend linker Intellektueller, Künstlerinnen und Künstler. Die Bewohner der Künstlerkolonie, die überwiegend mit der SPD und der KPD sympathisierten, stellten einen „roten Block“ inmitten eines nationalkonservativ und nationalsozialistisch geprägten Umfeldes dar.
Am 15. März 1933 wurde die Kolonie von Polizei und SA umstellt, zahlreiche Wohnungen aufgebrochen und viele Bewohnerinnen und Bewohner verhaftet. Literatur, die als links eingeschätzt wurde, kam auf dem benachbarten Laubenheimer Platz auf den Scheiterhaufen. Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner der Künstlerkolonie wie Ernst Bloch, Ernst Busch, Walter Hasenclever, Alfred Kantorowicz und Arthur Koestler sowie Susanne und Wolfgang Leonhard verließen in den folgenden Wochen Deutschland.
Vater und Sohn hatten bereits 1932 die „Pflug und Egge“ Landsiedlungsgesellschaft gegründet und bauten in Mecklenburg Vorpommern insgesamt 156 sogenannte „Reichserbbauernhöfe“. „In elf Dörfern hinterließen sie eine Spur der Steine“, schrieb die Regionalzeitung Nordkurier.
1935 starb Ernst Paulus in Berlin. Mit Kriegsbeginn 1939 wurde Günther Paulus eingezogen. Nach dem Krieg wanderte Günther Paulus nach Brasilien aus, wo die Familie seiner Frau seit dem 19. Jahrhundert lebte. Dort baute er Hochhäuser, Wohnhäuser und immer wieder Kirchen. Günther Paulus starb 1976 in Tegernsee.
Weitere Informationen zur Bebauung finden Sie hier.