Der Bau ist durch Bruno Taut inspiriert und gehört zum „Neuen Bauen“, das durch klar gegliederte Sachlichkeit und Funktionalismus geprägt ist. Bereits die Architekten Goettel und Wiener sahen einen großen Innenhof für die Wohnanlage vor, der sich zum Steglitzer Stadtpark öffnet. Ins Auge fallen die farbigen, horizontalen Bänder zwischen den Fenstern. Nach dem Krieg wurden Teile im Zuge des Wiederaufbaus 1954 neu errichtet. Der dabei verwendete graue Rauputz ließ die Häuser schlicht aussehen. Ab 2002 fanden umfassende Modernisierungsarbeiten statt, bei denen die ursprüngliche Gliederung und Farbgebung der Fassade wiederhergestellt wurde.
Die Wohnanlage liegt in unmittelbarer Nähe zum Teltowkanal mit seinem kilometerlangen Wanderweg.
Die Außenanlage bietet:
- Grünflächen
- Innenhof öffnet sich zum Steglitzer Stadtpark
Besonderheiten im Detail:
- Geschichtsträchtige Wohneinheit
- Unmittelbare Nähe zum Teltowkanal
Über die Architekten
Jacobus Goettel (1886 -?), der aus Stuttgart stammende Architekt, hatte 1912 die Gartenstadt Oberesslingen, eine Wohnsiedlung im Osten von Esslingen, sowie 1914 die Gartenstadt Kleinhohenheim bei Stuttgart entworfen. Ab den 1920er Jahren arbeitete er in Berlin für eine Reihe von Wohnungsgenossenschaften und realisierte stadtweit Wohnsiedlungen im Stil des „Neuen Bauens“.
Dr. Alfred Wiener, 1885 in Berlin geboren, realisierte zusammen mit den Architekten Werner Berndt und Jacobus Goettel 1930 auch die GeWoSüd-Wohnanlage Weißensee in der Jacobsohnstraße, Pistoriusstraße und Seidenberger Straße. Als Büro „Wiener und Jaretzki“ entwickelte er mit dem Architekten Hans Sigmund Jaretzki (1890 — 1956) zusammen weitere Projekte in Berlin, darunter „Moderne Ladenbauten, Außen- und Innenarchitektur“. Das Archiv des Jüdischen Museums, welches Lebensspuren von Emigranten dokumentiert, verzeichnet zwar das Ableben von Dr. Alfred Wiener im Jahre 1977 in Tel Aviv, aber keine weiteren Bauwerke.
Carlos Zwick, geboren 1951, studierte – nach einer Lehre als Schreiner in Sonthofen – Architektur und Städtebau in München und Berlin. Seit den 1980er Jahren realisierte Zwick Projekte in Berlin und im Allgäu, arbeitete in verschiedenen Büros und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin, bis er 1989 sein eigenes Büro gründete. Zwick spezialisierte sich auf Dachgeschossaus- und aufbauten und realisierte u. a. für die GeWoSüd Dachaufbauten in der Wohnanlage Weißensee und in der Suttnerstraße im Lindenhof.
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