Tempelhof-Schö­ne­berg

Lindenhof

Sied­lung Lindenhof: Vorbild für gutes Wohnen – damals wie heute

Der Lindenhof ist nicht nur die größte, sondern auch die älteste Wohn­an­lage der GeWoSüd. Sie steht seit über 100 Jahren für bewegte (Architektur-)Geschichte, genos­sen­schaft­li­ches Mitein­ander, eine hohe Wohn­qua­lität sowie Leben und Wohnen in einer grünen Oase. Das denk­mal­ge­schützte Ensemble umfasst heute 232 Häuser mit insge­samt 1.267 Wohnungen, dabei handelt es sich um 163 Mehr­fa­mi­lien- und 69 Einfa­mi­li­en­häuser. Etwa 1.500 Mitglieder wohnen hier mit ihren Fami­lien.

Seit 2007 laufen im gesamten Lindenhof umfang­reiche Sanie­rungs­maß­nahmen. Neben der Erneue­rung vieler Wohnungen in Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern entstanden in den histo­ri­schen Linden­hof­bauten moderne Dach­ge­schoss­woh­nungen mit Maiso­nette-Charakter. Das Wohnungs­an­gebot reicht von der 1‑Zimmer-Wohnung mit 28 Quadrat­me­tern, über die 6‑Zimmer-Wohnung mit 180 Quadrat­me­tern, bis hin zum Reihen­haus mit eigenem Garten.

Die Außen­an­lage bietet:

  • Park­ähn­liche Frei­flä­chen mit altem Baum­be­stand
  • einen Weiher mit Fußgän­ger­brücke
  • Sport- und Spiel­flä­chen

Beson­der­heiten im Detail:

  • Denk­mal­ge­schützte Gebäude – moder­ni­siert und ener­ge­tisch saniert
  • Nach­bar­schafts­treff mit gene­ra­tio­nen­über­grei­fenden Ange­boten
  • Café am See

Zur Geschichte des Linden­hofs

Der erste Spaten­stich für die histo­ri­sche Sied­lung war im Dezember 1918 am Ende des Ersten Welt­krieges. Sie wurde unter Leitung des dama­ligen Schö­ne­berger Stadt­bau­rats Martin Wagner (1885 – 1957) entwi­ckelt und orien­tierte sich an der Idee der Garten­stadt. Lage und Bauweise ließen das Ensemble wie eine geschlos­sene Einheit wirken; diesen Eindruck verstärkten die torähn­li­chen Eingänge an der Reglin- und Röbling­s­traße. Noch heute erin­nern park­ähn­liche Frei­flä­chen mit altem Baum­be­stand und ein eigener Weiher, entstanden aus einem eiszeit­li­chen Pfuhl, an die Idee der Garten­stadt. Die Umge­bung des Linden­hofs war zur Entste­hungs­zeit eher dörf­lich geprägt.

Licht, Luft und Grün
Der Lindenhof wurde eine Pionier­sied­lung mit Vorbild-Charakter für Wohnen mit Licht, Luft und Grün: guter Wohn­raum zu güns­tigen Kondi­tionen, zahl­reiche Gemein­schafts­ein­rich­tungen sowie Grün­flä­chen und Gärten für die Bewoh­ne­rinnen und Bewohner. 127 Vier- und 75 Einfa­mi­li­en­häuser wurden gebaut. Trotz Verwen­dung von zwei Typen­häu­sern entstand ein in sich stim­miges Wohn­quar­tier als Alter­na­tive zu den dama­ligen luft- und licht­losen Wohn­ver­hält­nissen der Berliner Miets­ka­sernen. Neben einem gutem Wohn­raum­an­gebot gab es Läden, eine Schule im ehema­ligen Obdach­lo­sen­heim der Stadt Schö­ne­berg und eine Wasch­küche.

Das Ledi­gen­heim von Bruno Taut
Der Archi­tekt Bruno Traut (1880 — 1938) ergänzte das Lindenhof-Ensemble mit dem soge­nannten Ledi­gen­heim Eyth­straße, Ecke Domnauer Straße. Eine markant gewun­dene Eck-Archi­tektur mit zentralem Tor zum Platz an der Sutt­ner­straße und gärt­ne­ri­scher Gestal­tung bildete den reprä­sen­ta­tiven Haupt­zu­gang von Norden. Das Haus mit Läden, Restau­rant und Fest­saal war zentraler Anlauf­punkt und ein archi­tek­to­ni­scher Leucht­turm in der schlicht gestal­teten Klein­wohn­haus­sied­lung. Insge­samt 120 Allein­ste­hende und benach­barte Fabrik­be­schäf­tigte lebten in der sozialen Einrich­tung. Im Zweiten Welt­krieg wurde dieser expres­sio­nis­ti­sche Bau völlig zerstört.

Eigene Gärten und gemein­schaft­liche Grün­flä­chen
Für die Gestal­tung der Außen­an­lagen einschließ­lich des Bereichs um den Lindenhof-Weiher war der renom­mierte Land­schafts­ar­chi­tekt Lebe­recht Migge (1881 — 1935) verant­wort­lich. An die Häuser schlossen sich im Innen­be­reich eigene Gärten an. Das Frei­raum­kon­zept beinhal­tete, dass zu jeder Wohnung rund 80 Quadrat­meter Grün­fläche gehörten. So wurden die Selbst­ver­sor­gung durch Gemüse- und Obst­anbau und die Klein­tier­hal­tung ermög­licht sowie nach­bar­schaft­li­cher Austausch geför­dert. Zwischen den Häusern lagen Versor­gungs­wege und Garten­häus­chen sowie hin und wieder kleine Plätze für die Gemein­schaft.

Über zwei Jahr­zehnte blieb die Sied­lung relativ unver­än­dert. Erst der Zweite Welt­krieg verän­derte den Lindenhof radikal: Bis zu 80 Prozent der Lindenhof-Bauten wurden zerstört. Nach ersten Repa­ra­turen konnten Teile zwar wieder aufge­baut werden, aber der Charakter der Sied­lung verän­derte sich deut­lich zu Gunsten einer neuen Archi­tektur.

Über die Archi­tekten und Fotos der Sied­lung bis 1945

In den 1950er-Jahren wurden die zerstörten oder schwer beschä­digten Teile des Linden­hofs nach dem Leit­bild der aufge­lo­ckerten Stadt wieder aufge­baut. Die ursprüng­liche zwei­ge­schos­sige Rand­be­bauung um die Gärten aus den 1920er-Jahren wurde durch eine damals moderne Zeilen­bau­weise ersetzt. Die ersten Haus­zeilen stellten 1954 die Archi­tekten Franz-Hein­rich Sobotka (1907 — 1988) und Gustav Müller (1906 — 1987) fertig. Zwischen Röbling- und Sutt­ner­straße sowie in der Arnulf­straße und Domnauer Straße wurden mehrere Zeilen mit drei- und vier­ge­schos­sigen Flach­dach­häu­sern gebaut. So ging die histo­risch geschlos­sene Bebauung verloren. Aus ehema­ligen Haus­gärten entstanden unge­teilte Gemein­schafts­flä­chen.

Lauben­gang-Hoch­haus als Eingang
Die neue Zeilen­bau­weise fügte sich trotz Baustil­wechsel im Größen­ver­hältnis harmo­nisch in den Bestand ein. Kontrast­rei­cher hingegen ergänzte das markante sieben­ge­schos­sige Lauben­gang-Hoch­haus von Sobotka und Müller in der Eyth­straße die neue Sied­lungs­struktur. Das Verwal­tungs- und Wohn­haus mit 40 Ein-Raum-Apart­ments und sechs Gewer­be­ein­heiten bildete den neuen Eingang zur Sied­lung.

Bundes­prä­si­dent zu Besuch
1954 konnte der Abschluss der ersten Phase des Wieder­auf­baus im Lindenhof gefeiert werden. Insge­samt waren 292 Wohnungen im Neubau und 136 im Altbe­stand entstanden. Als ein Pilot­pro­jekt für den sozialen Wieder­aufbau Berlins bewertet, erhielt der Lindenhof beson­dere Aner­ken­nung durch den Besuch des Bundes­prä­si­denten Theodor Heuss am 8. September 1955. Er kannte den Lindenhof von Anfang an: Heuss gehörte 1918 zu den Schö­ne­berger Stadt­ver­ord­neten, die den Bau der Sied­lung beschlossen hatten.

Moderner Geschoss­woh­nungsbau
In den 1960er- und 1970er-Jahren entstanden weitere mehr­ge­schos­sige Wohn­häuser: 1968 ein 13- und ein 14-geschos­siges Hoch­haus am Weiher an der Röbling­s­traße mit 81 Wohn­ein­heiten nach den Plänen von Sobotka und Müller. Zwischen 1976 und 1977 folgten fünf sechs- bis sieben-geschos­sige Wohn­häuser an der Eyth­straße Ecke Domnauer Straße mit 68 Wohn­ein­heiten, entworfen von Franz-Hein­rich Sobotka und Hans-Jürgen Juschkus (geboren 1932).

Über die Archi­tekten und Fotos der Sied­lung ab den 1960er-Jahren

1994, zum 75. Jubi­läum der GeWoSüd, wurde mit dem halb­runden Neubau an der Arnulf­straße Ecke Röbling­s­traße eine letzte kriegs­be­dingte Baulücke des Linden­hofs geschlossen. Der Vorent­wurf stammte vom Archi­tekten und Stadt­planer Axel Busch, ausge­führt wurde die Reali­sie­rung durch den Archi­tekten Dietmar Ropohl. Es entstanden zwölf neue Wohnungen mit hofseitig begrünter Fassade.

Zeit­lose Ästhetik aus Beton, Glas und Holz
2005 erwei­terte die GeWoSüd ihre Verwal­tungs­zen­trale durch einen modernen, licht­durch­flu­teten Anbau an das bestehende Wohn­haus in der Eyth­straße 45, entworfen vom Büro Jech­nerer Archi­tekten + Stadt­planer. Zum Einsatz kamen haupt­säch­lich Beton, Glas und Holz – Mate­ria­lien, die auch heute noch für eine zeitlos anspre­chende Ästhetik sorgen. Das denk­mal­ge­schützte Punkt­hoch­haus wurde gleich­zeitig saniert.

Ener­ge­ti­sche Sanie­rung und Moder­ni­sie­rung
Bereits seit Mitte der 1990er-Jahre konnte die GeWoSüd sämt­liche Zeilen­bauten aus der Wieder­auf­bau­phase des Linden­hofs (ab 1954) im Rahmen einer Ausnah­me­ge­neh­mi­gung mit einer Fassaden- und Dach­däm­mung versehen. Voraus­ge­gangen war eine inten­sive Abstim­mung der GeWoSüd mit der dama­ligen Senats­ver­wal­tung für Bauen und Wohnen, der Inves­ti­ti­ons­bank Berlin und der Denk­mal­be­hörde. Somit konnten die ener­ge­ti­schen Eigen­schaften dieser aus Hohl­block­steinen errich­teten Gebäude entschei­dend verbes­sert und der Wohn­kom­fort wesent­lich erhöht werden.

Denk­mal­ge­rechte Sanie­rung und Dach­auf­sto­ckungen
Schon 1993 begannen erste Unter­su­chungen zum Projekt Dach­auf­sto­ckung auf den denk­mal­ge­schützten Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern von Martin Wagner, die in einen vom Bezirk initi­ierten Denk­mal­pfle­ge­plan mündeten. Ein auf der Grund­lage dieses Denk­mal­pflege-plans einge­reichter Bauan­trag wurde dann aller­dings vom Bezirk lange nicht bear­beitet und erst 2006 und nur für den Teil­be­reich Sutt­ner­straße 2 – 24 sowie die Reglin­straße 25 /27 geneh­migt. Dessen unge­achtet star­tete die GeWoSüd 2006 mit der umfang­rei­chen Sanie­rung aller 120 Bestands­woh­nungen in den Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern. 2008 begann dann die denk­mal­ge­rechte Sanie­rung der 90 Jahre alten Bauten an Dächern und Fassaden.

Während die bestehenden Wohnungen in den unteren Geschossen bereits saniert sind, werden die alten Dächer nach und nach abge­rissen und die Häuser durch Zwei- bis Fünf- Zimmer-Wohnungen im Mais­so­nette-Stil aufge­stockt. Von 2008 bis 2010 sind die im ersten Anlauf geneh­migten Dach­ge­schosse in der Sutt­ner­straße 2 –24 und Reglin­straße 25/27 durch das Archi­tek­tur­büro Carlos Zwick ausge­baut worden. Seit 2013 werden, nachdem endlich die denk­mal­recht­liche Geneh­mi­gung für den gesamten Bestand vorliegt, die Dach­ge­schoss­woh­nungen in der Domnauer Straße 12 – 22, Reglin­straße 26 sowie dem Torhaus Sutt­ner­straße 29 durch das Büro Jech­nerer Archi­tekten + Stadt­planer reali­siert.

Übri­gens: Trotz der denk­mal­recht­li­chen Vorgaben weisen die bereits moder­ni­sierten, Mehr­fa­mi­li­en­häuser von Martin Wagner die nied­rigsten spezi­fi­schen Ener­gie­kenn­zahlen unserer Genos­sen­schaft auf.

Ein Zeit­raf­fer­video über die Dach­auf­bauten, Domnauer Straße finden Sie hier.

Weitere Infor­ma­tionen über die Archi­tekten sowie Fotos der Sied­lung gibt es hier.

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