Bereits auf den ersten Blick unterscheidet sich die Wohnanlage von den typischen Berliner Mietshäusern: Die Straßenfront ist durch einen großzügigen Eingangshof unterbrochen. Das dreigeschossige Gebäude wird von einem Flachdach gedeckt, unter dem sich ein begehbarer Dachboden befindet. Typisch für die Bauten sind kleine, schartenartige Fensteröffnungen unter der Dachkante. Das verantwortliche Architekturbüro von Paul Mebes und Paul Emmerich hat damals viele Gebäude und Siedlungen gemeinnütziger Gesellschaften und Genossenschaften errichtet.
Besonderheiten im Detail:
- Als Grünanlage gestalteter Eingangshof
- In fußläufiger Nähe zur Spree
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Über Paul Mebes und Paul Emmerich
Der 1872 in Magdeburg geborene Paul Mebes absolvierte eine praktische Ausbildung als Tischler und studierte anschließend an den Technischen Hochschulen in Braunschweig und Charlottenburg. Nach dem Staatsexamen arbeitete er zunächst als Assessor in der öffentlichen Bauverwaltung. Seit 1902 war Mebes für den Beamten-Wohnungs-Verein zu Berlin eG tätig. Von 1909 bis 1919 war er nebenamtlicher hochbautechnischer Vorstand der Genossenschaft.
Seine Entwürfe fanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts im europäischen Wohnungs- und Städtebau große Beachtung. Er gehörte zu den Vorreitern der offene Wohnsiedlungen. Die bis dahin vorherrschende Blockrandbebauung mit Hinterhäusern lehnte er vehement ab.
Ab 1911 führte er zusammen mit seinem 1876 in Berlin geborenen Schwager Paul Emmerich das Architekturbüro Mebes und Emmerich, das sich hauptsächlich dem Siedlungsbau widmete. Aus diesem Büro stammen zudem Entwürfe für Schulen und Verwaltungsgebäude. Auch der Umbau von Schinkels Altem Museum, die Schadow-Schule in Zehlendorf sowie die Repräsentanz der Krupp AG im Tiergarten – das heutige Canisius-Kolleg – stammen von ihnen.
1931 wurde Mebes Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, am 15. Mai 1933 legte er diese Mitgliedschaft nieder. 1938 starb Paul Mebes, sein Ehrengrab befindet sich auf dem Friedhof Berlin-Zehlendorf. Zu seinen Ehren wurde der „Paul-Mebes-Park“ an der Potsdamer Straße Ecke Fischer-Dieskau-Weg in Zehlendorf nach ihm benannt.
Paul Emmerich führte das Büro unter gemeinsamen Namen weiter. Paul Emmerich starb 1958.