Die Hälfte der Wohnungen sind 1- bis 2‑Zimmer-Wohnungen, die andere Hälfte verfügt über 2,5‑bis 3‑Zimmer und eine Wohnung im Dachgeschoss hat vier Zimmer. Der Innenhof mit Strauchbepflanzungen und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern rege genutzt. Die Wohnungen sind an das Fernwärmenetz angeschlossen und liegen in direkter Nähe zur Parkanlage Rehberge.
Besonderheiten im Detail:
- Unmittelbare Nähe der Parkanlage Rehberge
- Ein begrünter Funktionsinnenhof mit Abstellmöglichkeiten für Fahrräder
- Ein Grünareal mit Stachelbeersträuchern, Hortensien, Goldregen und Salomonsiegel sowie ein Vogelfutterhaus und eine Vogeltränke
Weitere Informationen über die Grünanlage finden Sie hier.
Ernst und Günther Paulus, der norddeutsche Expressionismus und die Künstlerkolonie Berlin
Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein ganz normales Haus. Bis auf den Eingang: Backsteinkaskaden leiten zur Haustür hin. Was das Auge des Laien interessant findet, deuten Kunst- und Architekturhistoriker als norddeutschen Expressionismus, dem Ernst Paulus und sein Sohn Günter Paulus angehören.
Ernst Paulus begann seine Laufbahn im Berliner Architekturbüro Grisebach und Dinklage. Dort lernte er das Geschäft des Villenbaus für die oberen Tausend des Kaiserreichs. Anschließend wurden Kirchen gebaut – jedes Jahr eine. Günther Paulus wurde 1898 geboren und kam während seines Studiums mit dem Werkbund und der neuen Sachlichkeit in Berührung. 1924 wurde er Partner im Büro seines Vaters. Neben Landhäusern und Villen in Hinterpommern und Brandenburg realisierten Vater und Sohn eine Reihe von großen Mietshäusern in Berlin, darunter auch die Häuser der GeWoSüd.
In dieser Zeit entstanden auch drei Anlagen und Bauten, die bis heute das Stadtbild prägen: 1925/26 das Gebäude des Großhandels und der Lagerei-Berufsgenossenschaft in der Bundesallee 57 – 58 mit Barock anmutender Fassade, 1928/29 die Kreuzkirche am Hohenzollerndamm und von 1928 bis 1932 die „Künstlerkolonie Berlin“ am Südwestkorso.
Für Letztere beauftragt wurde das Büro Paulus & Paulus von der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger (GDBA) und dem Schutzverband deutscher Schriftsteller. Schnell wurde die Künstlerkolonie zu einer Heimat vorwiegend linker Intellektueller, Künstlerinnen und Künstler. Die Bewohner der Künstlerkolonie, die überwiegend mit der SPD und der KPD sympathisierten, stellten einen „roten Block“ inmitten eines nationalkonservativ und nationalsozialistisch geprägten Umfeldes dar.
Am 15. März 1933 wurde die Kolonie von Polizei und SA umstellt, zahlreiche Wohnungen aufgebrochen und viele Bewohnerinnen und Bewohner verhaftet. Literatur, die als links eingeschätzt wurde, kam auf dem benachbarten Laubenheimer Platz auf den Scheiterhaufen. Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner der Künstlerkolonie wie Ernst Bloch, Ernst Busch, Walter Hasenclever, Alfred Kantorowicz und Arthur Koestler sowie Susanne und Wolfgang Leonhard verließen in den folgenden Wochen Deutschland.
Vater und Sohn hatten bereits 1932 die „Pflug und Egge“ Landsiedlungsgesellschaft gegründet und bauten in Mecklenburg Vorpommern insgesamt 156 sogenannte „Reichserbbauernhöfe“. „In elf Dörfern hinterließen sie eine Spur der Steine“, schrieb die Regionalzeitung Nordkurier.
1935 starb Ernst Paulus in Berlin. Mit Kriegsbeginn 1939 wurde Günther Paulus eingezogen. Nach dem Krieg wanderte Günther Paulus nach Brasilien aus, wo die Familie seiner Frau seit dem 19. Jahrhundert lebte. Dort baute er Hochhäuser, Wohnhäuser und immer wieder Kirchen. Günther Paulus starb 1976 in Tegernsee.
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