Mitte

Togo­straße / Trans­vaal­straße

Ein Eckhaus-Ensemble von Vater und Sohn

Vor dem Haus­ein­gang in der Togo­straße und Trans­vaal­straße mitten im „Afri­ka­ni­schen Viertel“ wird man von einem üppig gewach­senen Ahorn begrüßt. Das Eckhaus-Ensemble besteht aus drei anein­ander liegenden Häusern und wurde 1929 von den Archi­tekten Ernst und Günter Paulus geplant und errichtet. 1993 kamen vier weitere fami­li­en­ge­rechte Wohnungen durch eine Dach­auf­sto­ckung hinzu – die erste Dach­auf­sto­ckung der GeWoSüd, sodass heute insge­samt 34 moder­ni­sierte Wohnungen zur Verfü­gung stehen.

Die Hälfte der Wohnungen sind 1- bis 2‑Zimmer-Wohnungen, die andere Hälfte verfügt über 2,5‑bis 3‑Zimmer und eine Wohnung im Dach­ge­schoss hat vier Zimmer. Der Innenhof mit Strauch­be­pflan­zungen und Abstell­mög­lich­keiten für Fahr­räder wird von den Bewoh­ne­rinnen und Bewoh­nern rege genutzt. Die Wohnungen sind an das Fern­wär­me­netz ange­schlossen und liegen in direkter Nähe zur Park­an­lage Rehberge.

Beson­der­heiten im Detail:

  • Unmit­tel­bare Nähe der Park­an­lage Rehberge
  • Ein begrünter Funk­ti­ons­in­nenhof mit Abstell­mög­lich­keiten für Fahr­räder
  • Ein Grün­areal mit Stachel­beer­sträu­chern, Horten­sien, Gold­regen und Salo­mon­siegel sowie ein Vogel­fut­ter­haus und eine Vogel­tränke

Weitere Infor­ma­tionen über die Grün­an­lage finden Sie hier.

Ernst und Günther Paulus, der nord­deut­sche Expres­sio­nismus und die Künst­ler­ko­lonie Berlin

Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein ganz normales Haus. Bis auf den Eingang: Back­stein­kas­kaden leiten zur Haustür hin. Was das Auge des Laien inter­es­sant findet, deuten Kunst- und Archi­tek­tur­his­to­riker als nord­deut­schen Expres­sio­nismus, dem Ernst Paulus und sein Sohn Günter Paulus ange­hören.

Ernst Paulus begann seine Lauf­bahn im Berliner Archi­tek­tur­büro Grise­bach und Dinklage. Dort lernte er das Geschäft des Villen­baus für die oberen Tausend des Kaiser­reichs. Anschlie­ßend wurden Kirchen gebaut – jedes Jahr eine. Günther Paulus wurde 1898 geboren und kam während seines Studiums mit dem Werk­bund und der neuen Sach­lich­keit in Berüh­rung. 1924 wurde er Partner im Büro seines Vaters. Neben Land­häu­sern und Villen in Hinter­pom­mern und Bran­den­burg reali­sierten Vater und Sohn eine Reihe von großen Miets­häu­sern in Berlin, darunter auch die Häuser der GeWoSüd.

In dieser Zeit entstanden auch drei Anlagen und Bauten, die bis heute das Stadt­bild prägen: 1925/26 das Gebäude des Groß­han­dels und der Lagerei-Berufs­ge­nos­sen­schaft in der Bundes­allee 57 – 58 mit Barock anmu­tender Fassade, 1928/29 die Kreuz­kirche am Hohen­zol­lern­damm und von 1928 bis 1932 die „Künst­ler­ko­lonie Berlin“ am Südwest­korso.

Für Letz­tere beauf­tragt wurde das Büro Paulus & Paulus von der Genos­sen­schaft Deut­scher Bühnen­an­ge­hö­riger (GDBA) und dem Schutz­ver­band deut­scher Schrift­steller. Schnell wurde die Künst­ler­ko­lonie zu einer Heimat vorwie­gend linker Intel­lek­tu­eller, Künst­le­rinnen und Künstler. Die Bewohner der Künstler­kolonie, die über­wie­gend mit der SPD und der KPD sympa­thi­sierten, stellten einen „roten Block“ inmitten eines national­konservativ und natio­nal­so­zia­lis­tisch geprägten Umfeldes dar.

Am 15. März 1933 wurde die Kolonie von Polizei und SA umstellt, zahl­reiche Wohnungen aufge­bro­chen und viele Bewoh­ne­rinnen und Bewohner verhaftet. Lite­ratur, die als links einge­schätzt wurde, kam auf dem benach­barten Lauben­heimer Platz auf den Schei­ter­haufen. Zahl­reiche Bewoh­ne­rinnen und Bewohner der Künst­ler­ko­lonie wie Ernst Bloch, Ernst Busch, Walter Hasen­clever, Alfred Kanto­ro­wicz und Arthur Koestler sowie Susanne und Wolf­gang Leon­hard verließen in den folgenden Wochen Deutsch­land.

Vater und Sohn hatten bereits 1932 die „Pflug und Egge“ Land­sied­lungs­ge­sell­schaft gegründet und bauten in Mecklenburg­ Vorpom­mern insge­samt 156 soge­nannte „Reichs­erb­bau­ern­höfe“. „In elf Dörfern hinter­ließen sie eine Spur der Steine“, schrieb die Regio­nal­zei­tung Nord­ku­rier.

1935 starb Ernst Paulus in Berlin. Mit Kriegs­be­ginn 1939 wurde Günther Paulus einge­zogen. Nach dem Krieg wanderte Günther Paulus nach Brasi­lien aus, wo die Familie seiner Frau seit dem 19. Jahr­hundert lebte. Dort baute er Hoch­häuser, Wohn­häuser und immer wieder Kirchen. Günther Paulus starb 1976 in Tegernsee.

Mehr über die Bebauung finden Sie hier.

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